Samstag, 19. November 2016

Herbstcamping in Belgien – Natur pur!

Unser letztes Campingwochenende des Jahres kurz zusammengefasst? Natur pur! Obstbäume, Wiesen, Wilde Kräuter, Sträucher, Blumen, unzählige Hühner, zwei Esel, ein Fluss und viel Wald, dazwischen ein paar Feuerstellen. Feste Stellplätze und Parzellen gibt es nicht, der Wohnwagen darf stehen, wo das Camperherz begehrt. Der Campingplatz Hammerbrücke in Belgien ist eindeutig der ursprünglichste Campingplatz, auf dem wir jemals gecampt haben. (Mit Ausnahme vielleicht von Basic Campgrounds im Australischen Outback ;-) )

Wohnwagen Knaus Passat 1978 Außenküche

Bei der Ankunft dachten wir zunächst, wir wären versehentlich in irgendjemandes Vorgarten gefahren und bekamen schon leichte Panik bei dem Gedanken, dort wieder rückwärts mit dem Wohnwagen raussetzen zu müssen. Zum Glück waren wir aber doch goldrichtig und ein schmaler Weg führte am verwunschen zugewachsenen Wohnhaus des Besitzerehepaares vorbei auf das Campinggelände.

Zugewachsenes Wohnhaus

Im Schritttempo haben wir uns unseren Weg durch die Hühnerfamilien gebahnt, die geschäftig auf dem Platz unterwegs waren. Direkt neben einem kleinen Birnbaum haben wir dann ein lauschiges Plätzchen für unseren Theo gefunden. Der Hahn und seine Hühner haben argwöhnisch beobachtet wie wir, die Familie meines Bruders und drei weitere befreundete Familien unsere Camps aufbauten, während die Kinder schon im Entdecker-Modus unterwegs waren und das Gelände erkundet haben. Nach nicht einmal 10 Minuten war das erste Paar Kinderschuhe (bei drei Kindern) komplett nass, weil man nicht die abenteuerliche Seilbrücke zur Flussquerung genutzt hat, sondern "versehentlich" in den Fluss "hineingefallen" war. (Das passierte mit dem nächsten Paar Schuhe dann etwa eine Stunde später noch einmal...) Eine Seilbahn der Marke "Eigenbau", die am Waldhang zwischen zwei Bäumen gespannt war, begeisterte die lieben Kleinen aber mindestens ebenso wie der Fluss und es fanden viele rasante Abfahrten statt. 


Für den ersten Abend hatten wir bei den Besitzern des Campingplatzes eine Riesenportion Gulasch für alle fünf Familien vorbestellt, was eine wunderbare Entscheidung war. Nicht nur, weil es nach dem Aufbauen recht spät geworden wäre bis wir selbst etwas hätten kochen können, sondern weil das Essen einfach super lecker war und wir total gemütlich an Bierbänken mit karierten Tischtüchern unter einem Pavillon gegessen haben. 

Neben einem Abendessen kann man hier übrigens auch Kindergeburtstage buchen, im Tipi übernachten, Kräuterkurse mitmachen, mit Tonerde arbeiten oder Eselswanderungen machen (dazu später). Auf dem ganzen Gelände verteilt stehen selbstgebaute Feueröfen aus Ton. Weiter hinten auf dem Gelände findet man eine ziemlich urige Hütte, die von einer Gruppe Radfahrer gemietet war und mit dem qualmenden Kamin super gemütlich aussah. 

Alte Holzhütte mit qualmendem Kamin
 
Apropos qualmender Kamin: Eine warme Heizung oder ein warmer Kamin waren an diesem Wochenende unabdinglich. Es war kalt, oft nass und insgesamt einfach richtig herbstliches Wetter. Das Projekt "Heizung im Wohnwagen reparieren" steht seitdem ganz oben auf meiner To-Do-Liste für Theo. Ein elektrisches Heizöfchen macht den Wohnwagen zwar auch warm, aber je nach Stromanschluss, darf er nicht viel Watt haben, da sonst die Sicherungen rausfliegen und die Wärme lässt sich nur schwer regeln und gleichmäßig im Raum verteilen. Naja, der Winter fängt ja gerade erst an und irgendwann sollte ich es in der Zeit wohl mal zum Wohnwagenspezialisten meines Vertrauens schaffen, um unsere Heizung wieder auf Vordermann bringen zu lassen.


Wir haben es uns bei diesem wechselhaften Herbstwetter trotzdem richtig gemütlich gemacht und eigentlich den ganzen Tag am Lagerfeuer gesessen und gekocht. Die Männer haben eine Schubkarre Holz nach der anderen geholt und verfeuert, damit wir es auf unseren Baumstammhockern ums Feuer herum immer kuschelig warm hatten. Auf der Feuerkochstelle unserer Kölner Campingfreunde wurde eine sensationelle Rehkeule geschmort, ein Wildschwein-Pulled-Pork im Topf gemacht und ein köstlicher, dampfender Eintopf gegen kalte Glieder und hungrige Camper-Mägen gekocht.


Darüber hinaus hatte mein Bruder seinen neuen Gasgrill namens Napoleon samt eigens für ihn angefertigter Transportbox (und Tisch) mitgebracht. Die beiden sind nahezu unzertrennlich, sodass eine Reise ohne Napoleon sehr zum Leidwesen meiner Schwägerin nur schwerlich möglich ist. So wurde Napoleon eines morgens liebevoll und regengeschützt unter einem Baum aufgestellt und grillte uns etwa 10 Stunden lang eine große Portion aufwändig marinierte Schweineschulter zu einem butterweichen und super leckeren Pulled Pork. Das Campingwochenende war zwar vom Wetter her durchwachsen, aber kulinarisch war es ganz weit vorne! :-)


Und jetzt noch einmal kurz zu den bereits erwähnten Eseln. Ganz am Ende des Platzes ist das Tiergehege, in dem die beiden Langohren zusammen mit ein paar Ziegen leben. Nach Terminabsprache und ausgiebiger Einführung durften wir eine kleine Wanderung mit den beiden Eseln machen und die Kinder sogar im Wechsel auf ihnen reiten. Warum diese Tiere auch als störrisch bezeichnet werden, ist mir seitdem übrigens klar. Wenn sie nicht wollen, dann wollen sie nicht. Punkt. Dann muss man schonmal mit viel Kraft von hinten schieben, damit sich so ein Esel wieder in Bewegung setzt. Das fanden die Kinder natürlich besonders lustig. Haha. 


Wir hätten die Wanderung auch noch zu einem Kuchencafé ausdehnen und die Esel dort zum Einkehren anbinden können, aber da meine Nichte Geburtstag hatte und im Wohnwagen ganz viel Kuchen auf uns wartete, haben wir das Café gerne Café sein lassen und später an den Wohnwagen einen große Kuchensause gemacht. 


Für Kinder ist dieser Campingplatz wirklich der reinste Natur-Abenteuer-Spielplatz. Überall gibt es etwas zu entdecken, der Fluss ist toll zum Spielen, das Seilbahnfahren macht Spaß und der umliegende Wald bietet tausend Möglichkeiten für Abenteuerspiele. Zur Feier des Tages haben mein Mann und mein Bruder eine schöne Schatzsuche für die Kinder vorbereitet, an deren Ende ein großer Süßigkeiten-Schatz stand. 
Wegen des schlechten Wetters haben die Kinder anders als sonst natürlich auch mal im Wohnwagen gespielt und gemalt. Anscheinend haben sie sich aber von ihrem Umfeld inspirieren lassen und sind auf die Idee gekommen, mit Naturmaterialien und Pflanzen zu basteln. Sie haben ganz hübsche Bilder aus Blüten, Moos und Gräsern geklebt. Da war ich ganz begeistert! Schade, dass man so etwas nicht aufheben kann. Aber immerhin - ein Foto hält das Kunstwerk fürs Familienfotobuch fest.


So schön es ja auch immer ist, draußen in der Natur zu sein und mehr oder weniger unter freiem Himmel zu leben, bei Regen und 10 Grad ist es doch schön, dass man auch drinnen im warmen Wohnwagen frühstücken kann. Dazu ein heißer Tee oder Kaffee... So lässt es sich in den Tag starten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir vielleicht doch irgendwann mal Wintercamping ausprobieren. Allerdings erst dann, wenn die Heizung wieder läuft.

Knaus Passat 1978 / Wimpelkette

Es hat schon etwas sehr Gemütliches, wenn es draußen nass und kalt ist, man den Regen aufs Dach prasseln hört und sich mit einem Tee, einem Buch und einer Wolldecke in den Wohnwagen kuscheln kann. Ich habe festgestellt, dass Camping unser Leben total entschleunigt. Einfach in den Tag hineinleben und sich nur ums Wesentliche kümmern. Ohne vollausgestattete Küche mit fließendem Wasser, Spülmaschine, Backofen und Mikrowelle braucht man viel mehr Zeit zum Zubereiten von Essen und natürlich auch zum Abwaschen. Nach dem Frühstück ist vor dem Mittagessen und so weiter. Gemeinsam Gemüse fürs Abendessen schnippeln, sich unterhalten und dabei ein Gläschen Wein trinken...

Türutensilo / Utensilo an Klotüre / Knaus Passat 1978

Und, kaum waren wir wieder zu Hause, kam natürlich endlich die Sonne raus! War ja klar... Bei schönstem Wetter habe ich den Wohnwagen ausgeräumt, die Matsche der letzten Tage weggeputzt, die dreckigen Klamotten direkt in die Waschmaschine gestopft und Theo vor allem kräftig gelüftet, um den Geruch des Lagerfeuers wieder loszuwerden. Aber ich vermute, so ein bisschen wird der Duft von Abenteuer immer mit an Bord bleiben. ;-)
Jetzt steht Theo mit hochgeklappten Polstern und Matratzen in seinem Winterquartier und wartet auf den Frühling! Und wir auch!

Wohnwagen Knaus Passat 1978 / Innen / Wimpelkette
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Dienstag, 2. August 2016

Eifelcamping – Wandern und Lagerfeuer

Nach dem Motto: "Besser spät als nie" will ich euch noch von unserem zweiten Mai-Campingwochenende erzählen. Schon schön, dass der Mai so viele Feiertage hat und sich durch ein paar Brückentage gleich mehrere lange Wochenenden ergeben! Unsere zweite Mai-Reise hat uns in die schöne Vulkaneifel geführt, wo wir mit lieben Kindergartenfreunden ein paar tolle Tage verbracht haben!

Wohnwagen, Schirm mit roten Punkten, Wimpelkette

Der Campingplatz Naturcamping Vulkaneifel ist ganz ursprünglich und naturbelassen. Für die Kinder gibt es einen etwas in die Jahre gekommenen kleinen Spielplatz und vor allem ganz viel Platz, Wiesen und Abhänge um sich auszutoben. Die Wohnwagen stehen aufgereiht an terrassenartig angelegten Wegen mit viel Grün, Büschen und Bäumen zwischen den einzelnen Etagen. Der Campingplatz als solcher haut uns nicht total um, ist aber einfach wunderbar gelegen. Allein vom Platz aus kann man zu mehreren tollen Wanderungen starten und in der näheren Umgebung gibt es unzählige: den Eifelsteig, den Lieserpfad und auch zum Moselsteig ist es nicht weit. Der Ort Manderscheid, an dessen Rand der Campingplatz liegt, ist total hübsch und mit seinen beiden Burgruinen auch ein beliebtes Ausflugsziel.

Paprika, Zitrone, Äpfel und Bananen in rotem Sieb aus Emaille

Das Wetter war zwar fürchterlich vorhergesagt, aber für echte Camper gibt es ja kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung ;-) (Obwohl ich sagen muss, dass mich die Matsche auf dem Platz nach mehreren durchregneten Nächten schon auch ein wenig Nerven gekostet hat. Irgendwann ist einfach alles dreckig und feucht...) Aber, wir hatten wirklich großes Glück und zumindest tagsüber herrliches Sonnenwetter. Das haben wir auf unserer ersten Familienwanderung richtig ausgenutzt. Auf der Suche nach einer kindgerechten Wanderung sind wir zur Teufelsschlucht nahe Bitburg aufgebrochen.


Der Weg dorthin war allerdings schon mindestens genauso teuflisch wie die Schlucht an unserem Ziel. Auf der Autobahn ging nämlich plötzlich ein Reifen an unserem Auto kaputt...o Schreck! Im Schneckentempo sind wir noch so gerade nach Bitburg gekommen, wo wir großes Glück im Unglück hatten, weil im dortigen Gewerbegebiet nicht nur eine spezialisierte Reifenwerkstatt war, nein, sie hatte auch noch geöffnet, die richtige Reifensorte da und Zeit für den Reifenwechsel! Puh! Nach einem eineinhalb stündigen Aufenthalt im Gewerbegebiet (mit zwei verständlicherweise sehr ungeduldigen Kindern) konnten wir dann endlich weiterfahren und unsere Wanderung starten.


Die Rundwanderung durch die Teufelsschlucht kann ich nur empfehlen! Gerade für Kinder ist der Weg perfekt, weil er wunderbar abenteuerlich und spektakulär ist. Es geht durch Felsspalten, unter Felsbrocken hindurch, steinerne Treppen hoch oder runter und an Bachläufen vorbei, in denen hervorragend Staudämme gebaut werden können. Wirklich lohnenswert!


Zurück am Campingplatz warteten unsere Freunde schon mit kulinarischen Campinghighlights auf uns. Am offenen Feuer wurde selbstgeschossenes Reh am Spieß zum besten Gyros, das ich je gegessen habe! 


Am nächsten Tag wurden frisch aus dem Teich gefischte Lachsforellen auf Bretter genagelt und zum Räuchern ans Feuer gestellt. Suuuuper lecker!! Und ich war nur für die Beilagen zuständig. :-) Zum Nachtisch haben die Kinder sich dann noch Marshmellows gegrillt.

Marshmellows an Stöcken über dem Feuer

Die nächste Wanderung ging direkt am Campingplatz los und führte uns teils über den Lieserpfad, teils über den Manderscheider Burgensteig auf wunderschönen Wegen, vorbei an der Manderscheider Unter- und der Oberburg, immer mal wieder über den Fluss Lieser hinweg und wieder hinauf über wurzelige Waldwege und blumengesäumte Pfade zu wunderschönen Aussichtspunkten. 

Burgruine im Wald

Unterwegs haben wir eine Spechthöhle mit vielen hungrigen kleinen Piepmatzen entdeckt. Da waren wir alle ganz fasziniert. Das Wichtigste bei einer jeden Wanderung ist aber immer die Rast mit Brot, Käse, Kaminwurzen und Äpfeln, rustikal mit dem Taschenmesser in Stücke geschnitten. So schmeckt's am besten! Die Mädels sind die etwa 6,5 km lange Strecke trotz der ständigen Anstiege ganz toll mitgelaufen! Und auf dem Rückweg haben wir uns zur Belohnung ein dickes, hausgemachtes Eis beim Bauern neben dem Campingplatz gegönnt. So macht Wandern Spaß!



Abends haben wir das lange Campingwochenende mit leckerem Essen, gegrillten Marshmallows und kühlem Bier am Lagerfeuer ausklingen lassen und dabei schon Pläne für den nächsten Campingkurztrip geschmiedet. Im Herbst geht es nach Belgien. Und dazwischen liegt der lange Sommerurlaub...

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Mittwoch, 15. Juni 2016

Strandcamping – Jetzt auch mit Klo

Der Mai mit seinen vielen Feier- und Brückentagen war in diesem Jahr unser Startschuss in die Camping-Saison! Juchuh! Über die Pfingstfeiertage ging unser erster Kurztrip wieder auf den wunderschönen Campingplatz von "Strandcamping Groede" in den Niederlanden.

Weiße Strandhütten vor Düne

Letztes Jahr hatte es uns dort so gut gefallen, dass wir direkt wieder gebucht haben. Die Stellplätze befinden sich auf unterschiedlich großen Wiesen-Buchten, die hoch und grün umwachsen sind. Der Spielplatz mit dem riesigen Luftkissen ist das Highlight für die Kinder und die Lage des Platzes direkt hinter der Düne am Strand ist unschlagbar. Der perfekte Ort, um sich zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.

Kissen mit Wohnwagen Applikation

Das haben wir auch aus vollen Zügen getan! Und weil die Wettervorhersage eher herbstlich-stürmisch war, haben wir uns zum ersten Mal dazu durchgerungen, das alte Vorzelt mit einzupacken, das bei unserem Wohnwagen dabei war. Wenn ihr meine ersten Wohnwagenposts gelesen habt, wisst ihr, dass wir eigentlich nie ein Vorzelt aufbauen wollten, weil doch dann unser schöner Theo gar nicht mehr zu sehen ist. Aber 10 Grad und Sturmwarnung haben uns dann dazu gebracht, mal eine Ausnahme zu machen.

Bunte Lampionlichterkette am Vorzelt unseres Wohnwagens

Auch, wenn ich nach wie vor unseren Theo ohne Vorzelt schöner finde, muss ich doch zugeben, dass so ein Vorzelt auch Vorteile haben kann. Abends, wenn die Kinder alle im Bett waren, haben wir Erwachsenen uns mit Kerzen, Lammfellen und Decken gemütlich im windgeschützten Zelt zusammengesetzt. Das war schon nett! Vermutlich wäre auch das Kochen mit unserem Gasherd ziemlich mühselig geworden, wenn er nicht im windgeschützen Vorraum gestanden hätte. 

Geöffnete Wohnwagentür mit Blick nach innen

So, jetzt komme ich aber zu der eigentlichen, bahnbrechenden Neuheit unseres Camper-Daseins. Wir haben jetzt ein Klo an Bord! Jawoll! Eine klassische Campingtoilette. Ein Chemieklo mit Sammelbehälter, der regelmäßig entleert werden muss. Ich gebe zu, auch das haben wir anfangs ziemlich verteufelt und bei unserem großen Umbau konsequent aus dem ehemaligen Toilettenräumchen einen Kleiderschrank gemacht.


War ja auch sehr praktisch, der Schrank! Jeder von uns hatte sein eigenes Regalbrett und Platz genug für alle Klamotten. So lange die Kinder beim Schlafen noch Windeln trugen, haben wir ein Bordklo auch nicht wirklich vermisst. (Gut, vielleicht mal nachts, wenn man sich im Schlafanzug mit Taschenlampe auf den Weg zum Sanitärgebäude macht...) Wenn man aber mitten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden völlig verschlafen, ebenso verschlafene Kinder quer über den Platz schleppen muss, die furchtbar dringend aufs Klo müssen, dann kann es schon mal anstrengend werden. (Insbesondere, weil auf's Klo müssen ansteckend zu sein scheint, und ganz sicher die eine noch schnell mit muss, wenn die erste den Gang zur Toilette antritt.)

Abgerissene Tapeten

Also haben wir alle unsere Prinzipien über Bord geworfen. Man ist ja auch flexibel und es gibt überhaupt und sowieso ja keinen Grund dafür hinterher nicht schlauer zu sein als vorher. :-) Und außerdem macht Umbauen ja Spaß! Aus dem Kleiderschrank wurde also Ende April wieder ein Toilettenraum.


Die Regalbretter und Auflageleisten flogen raus und die ramponierte Tapete haben wir auch abgekratzt. So hatte ich wenigstens einen wunderbaren Grund mal wieder nach neuer Tapete zu stöbern. Es ist eine weiß und hellblau gestreifte Vliestapete geworden. Schließlich muss sie ja in unser Farbkonzept passen. Der Boden hat einen schicken, dunkebraunen PVC-Belag in Parkett-Optik bekommen und auf der rechten Seite bieten zwei kleine Regalbretter immerhin noch Ablagefläche für Kleinkram und Putzzeug.



Das Beste an dem neuen Raum sind aber die vielen Haken für Jacken. Es ist also sozusagen ein Multifunktionszimmer auf kleinstem Raum geworden: kombinierte Toilette und Garderobe. Warum nicht? :-) Ihr fragt euch jetzt sicher, wo wir denn jetzt wohl unsere Kleidung unterbringen? 

Jacken hängen an Haken

Daran haben wir natürlich auch gedacht. Aus dem eigentlichen Kleiderschrank über der Heizung (siehe Bild unten), in dem bislang mit einer Kleiderstange nur Platz für Hängendes war, haben wir ein bisschen umgebaut. Anstelle der Stange sind nun 5 Regalbretter in dem Schrank, sodass nach wie vor genügend Platz für all unsere Kleidung ist. Die Jacken hängen ja jetzt im Klo.


Unterm Strich haben wir alles richtig gemacht! Sowohl das Vorzelt als auch das neue Klo haben sich sehr bewährt. Wir freuen uns jetzt aber schon sehr auf den Sommer, weil wir dann noch einmal nach Groede fahren werden und zwar wieder ganz ohne Vorzelt! Das Klo bleibt natürlich an Bord. Ist ja klar!

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Montag, 9. Mai 2016

Upcycling – Shirts mit süßen DIY Applikationen

Zu kurze Ärmel, Bauchblitzer über dem Hosenbund und der Rest sitzt wie eine Pelle so ungefähr sahen meine Mädels in den meisten ihrer Shirts aus und es musste dringend Abhilfe her. Dass Kinder auch immer so schnell wachsen müssen... Ich liebe ja diese wunderschönen bunten Shirts von Boden mit den tollen Applikationen. Kennt ihr die? Hach, sooo schön! Damit kann man aber natürlich nicht den Kleiderschrank auffüllen, denn sonst wäre die Kasse leer ;-) Also habe ich mich selbst an Applikationen versucht. Wie es geht und was herausgekommen ist, zeige ich euch hier. (Und nicht dass ihr euch wundert, warum die Shirts lange Ärmel haben, wo doch gerade der Sommer kommt: Die Applikationen habe ich schon im Dezember drauf genäht und dann vergessen die Shirts zu posten.)

Shirts mit Motiven

Die Mädels hatten ganz genaue Wünsche und ich einen klaren Arbeitsauftrag: Die eine wollte Schmetterlinge und ein Einhorn, die andere ein Herz. Das Bambi für Tochter Nummer zwei habe ich dann ungefragt dazugemacht. (Und am Ende hat es ihr nicht gefallen. Ist das zu fassen? Die kleinen Menschen haben eben doch schon sehr konkrete Vorstellungen davon was wie zu sein hat - oder eben nicht. Zum Glück trägt die andere Tochter es jetzt ab und zu. :-)) 


Was braucht man für die Applikationen? Nicht viel: Vliesofix, Stoffreste, eine Nähmaschine und natürlich Vorlagen für die Motive. Die Vorlagen für das Herz und die Schmetterlinge habe ich selbst gezeichnet und für die anderen beiden Formen habe ich ein bisschen nach Malvorlagen oder Silhouetten gegoogelt.


Wenn alle Vorlagen die richtige Größe haben oder auf die richtige Größe kopiert wurden, muss das Motiv auf die Papierseite des Vliesofix übertragen werden.  Bei Motiven mit mehreren Ebenen wie meinen Schmetterlingen müssen die einzelnen Ebenen natürlich nebeneinander übertragen werden, damit sie einzeln ausgeschnitten werden können. Alle Formen zunächst grob ausschneiden, also noch etwas Papier um die Linien herum stehen lassen. 
 

Dann kommen die vielen bunten Stoffreste zum Zuge :-) Alle grob ausgeschnittenen Formen werden jetzt auf die Rückseiten der Stoffe gebügelt. Danach dürfen die Formen fein säuberlich entlang der Linie aus den Stoffen ausgeschnitten und das Papier abgezogen werden. Jetzt ist alles bereit zum Bestücken der Shirts.


Dieser Teil macht doch am meisten Spaß! Das Shirt schön glatt gebügelt (Ja, in diesem Fall habe auch ich tatsächlich mal ein Jersey-Shirt gebügelt!!) aufs Bügelbrett legen und die Formen darauf platzieren. Ebene für Ebene nacheinander festbügeln und dabei immer ein Geschirrtuch oder ähnliches zwischen Bügeleisen und Applikation legen.


Jetzt sind die süßen Applikationen eigentlich schon fest auf dem Shirt. Damit sie aber auch viele Waschgänge unbeschadet überstehen, müssen die Applikationen sicherheitshalber ringsum festgenäht werden. Da sie auf dem Stoff nicht mehr verrutschen können, ist das zum Glück recht einfach. Und schon sind ganz individuelle Shirts mit bunten Applikationen fertig!


Wie ihr in den Fotos sehen könnt, habe ich unterschiedliche Stiche benutzt, um die Motive ringsum festzunähen. Am schönsten finde ich immer einen engen Zickzack-Stich um die Kanten herum, so wie bei den Schmetterlingen oder dem Herz.


Bei den komplizierteren Formen, wie dem Einhorn oder dem Rehkitz, habe ich einen kurzen, ganz normalen geraden Stich eng entlang der Kante gewählt. Der gibt der Applikation auch zusätzlichen Halt aber ist viel schneller genäht. :-) Bei den inneren Schmetterlingsflügeln und dem inneren Herz habe ich es auch so gemacht. 


Mein Fazit: Mit relativ wenig Aufwand kann man mit Applikationen aus langweiligen Basic-Kleidungsstücken hübsche Unikate mit Motiv machen. Wenn man erstmal die Vorlagen für die Applikation hat, die auf das Shirt soll, dann geht es danach recht schnell. Auch Kleider, Röcke oder Kissenhüllen können mit Applikationen zu ganz neuen Teilen werden.


Tja, und jetzt ist es schon sommerlich warm draußen und die kurzärmeligen T-Shirts sind auch alle am Bauch zu kurz geworden. Also: Kurzärmlige T-Shirts kaufen und auf in die nächste Applikationsrunde :-) Ich nehme mir sowieso jedesmal vor viel öfter Dinge mit Applikationen aufzupeppen. Mache ich viel zu selten. Dabei geht's ja eigentlich ziemlich schnell...

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Montag, 22. Februar 2016

Die Monster sind los – ein Monstergeburtstag mit Piñata

Schon wieder ist ruckzuck ein ganzes Jahr vergangen und die kleinen Mäuse sind 5 Jahre alt geworden. (Ich weiß, dass es floskelhaft klingt, aber dennoch: Wie kann es bitte sein, dass sie schon 5 werden? Die Zeit rast... Hach, da kann man schon mal melancholisch werden...) Jetzt aber vorsicht: Die Monster sind los! Zu ihrem Kindergeburtstag haben sich meine großen Mädchen eine Monsterparty gewünscht. Ich muss sagen, dass ich darüber sehr froh war, da im Kindergarten die Themen Starwars und Eiskönigin gaaaanz groß sind. Der Kelch ist zum Glück an mir vorrüber gegangen ;-) Also wurde es ein Monstergeburtstag. :-)

Einladungskarten mit Kulleraugen und Zähnen auf Holztisch

Die Mädels und ich haben zusammen bunte Monstereinladungen aus Tonpapier mit Kulleraugen und scharfen Monsterzähnen für alle Partygäste gebastelt. Wie immer, durften die beiden so viele Kinder einladen, wie sie Jahre alt werden. Bei Zwillingen könnten das im schlimmsten Fall natürlich doppelt so viele Kinder werden, aber auf den Trick sind die beiden noch nicht gekommen :-) Einzeln befragt, haben mir beide 5 Namen genannt, und hatten eine Schnittmenge von 4 Kindern. Es wurden also 6 Kinder eingeladen. Perfekt!

Bevor ich euch mit zu unserer Monsterparty nehme, will ich euch noch zeigen, was ich als Highlight der Party vorbereitet habe: Eine Piñata. Eine mit Süßigkeiten gefüllte Form aus Pappmaché, bunt bemalt oder beklebt, die von den Kindern reihum mit einem Stock aufgeschlagen wird, bis alle Süßigkeiten herausfallen. Die Beute wird natürlich fair geteilt. Da die Kinder super viel Spaß damit hatten, hier eine kurze Anleitung zum Nachmachen:

Luftballon, Kleister, Zeitungspapier

Einen Luftballon aufblasen, Tapetenkleister anrühren, Zeitung in Streifen schneiden und dann Streifen für Streifen und Schicht für Schicht die Zeitungsstreifen auf den Ballon kleben, bis nur noch der Knoten des Ballons herausschaut.

Luftballon mit Zeitungsstreifen und Eimer mit Kleister

Ich habe nach einer Trocknungszeit von 24 Stunden noch eine Schicht drauf geklebt, aber ich glaube, das hätte ich auch lassen können. Die Kinder haben sich ganz schön abgemüht, um das Ding kaputt zu bekommen ;-)

Luftballon eingewickelt in Kreppbänder, Klebstoff

Wenn alles getrocknet ist, den Luftballon aufschneiden und aus dem Pappmachè-Ballon herauslösen. Dann kann die Piñata nach Lust und Laune oder nach Anlass und Motto bemalt oder beklebt werden. Ich habe mit bunten Kreppbändern und Augen aus Tonpapier natürlich ein kunterbuntes Monster gebastelt. Zum Schluss habe ich um den oberen Rand herum mehrere Löcher gestanzt, durch die ich eine Kordel als Aufhängung gezogen habe.

Lochstanzer, Luftballon

Dann mit Süßigkeiten füllen wie Smarties-Schachteln, Gummibärchen-Tütchen, Schokokugeln oder, oder, oder... Hauptsache für jedes Kind ist von jeder Süßigkeit ein Teil da :-) Um die Öffnung zu schließen und die Aufhängung zu verbergen, habe ich ein Büschel bunter Bänder in das Loch gesteckt. So hat das Monster einen bunten Haarpuschel bekommen.

Pinata auf bunter Basteldecke

Mit gelbem Kreppband habe ich auf Wunsch meines Mannes noch so etwas wie eine Endloszahnreihe aufgeklebt, die dem Monster den letzten Schliff gegeben hat. Fertig!


Eigentlich wollten wir eine kleine Schnitzeljagd durch den Stadtwald machen und als Schatz die Piñata verstecken, aber leider hat das Wetter mit eiskaltem Dauerregen uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da das im Februar natürlich immer im Bereich des Möglichen liegt, hatten wir ohnehin Programm für innen geplant und die Piñata hatte im Wohnzimmer ihren großen Auftritt.

So, jetzt ist aber endlich genug vorbereitet. :-) Die beiden Mäuse konnten den großen Tag kaum mehr erwarten. Es ist ja wirklich unfassbar niedlich, wie aufgeregt so kleine Geburtstagskinder vor ihrer Party sind. Willkommen zu unserer Monsterparty!

Augen und Mund auf Haustür

Der Kindergeburtstag wurde mit Monster-Muffins und Monsterkuchen eröffnet. Klingt aufregender als es ist. Ich habe einen Schokoladenkuchen gebacken und mit giftgrünem Zuckerguss überzogen. Rote Punkte und weißes Monstermaul habe ich mit gekaufter Zuckerschrift aufgetragen. Die Augen waren aus Styropor und auf hölzerne Schaschlikspieße gesteckt. Alternativ könnte man auch Lutscher als Augen in den Kuchen stecken.


Für die Muffins habe ich bei Minidrops total süße Monster-Cups mit Augen- und Arm-Steckern als Set gekauft, Zitronenmuffins gebacken, roten Zuckerguss drauf, Stecker rein, fertig. Die machen doch richtig was her, oder? Die Kinder waren begeistert von den Monster-Muffins und haben alle einen verputzt.

Muffins auf Etagere für Monstergeburtstag

Wie im letzten Jahr bei der Piratenparty (Warum nicht Altbewährtes in neuem Gewand noch einmal einsetzen?) habe ich diesmal Monster-Anhänger für die Kinder vorbereitet, auf denen sie nach jedem gewonnenen Spiel ein Maul, ein Auge oder die Hörner des Monstergesichts sammeln konnten. Als das kleine Monster fertig war, bekamen die großen Monster ihren Schatz. Aber dazu später. Die Hörner und Mäuler habe ich übrigens bei SomewhatSimple als gratis Vorlage zum Ausdrucken gefunden. 

Drei Monster aus buntem Papier mit Hörnern

Spiel 1: Die süßen Hörner und Mäuler waren so schön mottogerecht, dass ich sie gleich für die erste Aufgabe (etwas größer ausgedruckt) nochmal eingesetzt habe. Die Kinder durften sich aus bemalten Papptellern, bunten Hörnern und Mäulern, Kulleraugen und bunten Pfeifenputzern eine lustig-schaurige Monstermaske basteln. Ich finde, das haben die Kids wirklich großartig gemacht! So unterschiedliche süße Monstermasken! Ich bin immernoch begeistert! Zur Belohnung haben sie auf ihren Monsteranhänger ein Maul bekommen.


Spiel 2: Hier kam ein Spiel vom letzten Jahr zum Einsatz, das allen Kindern so richtig viel Spaß gemacht hat Dosenwerfen! Die acht bunten Monster haben gemeinsam die gestapelten Blechmonster (-Dosen) umgeworfen und sie besiegt. Und zwar immer und immer wieder, weil es so schön war. Dafür haben die Monsteranhänger zwei Hörner bekommen.

Monster aus buntem Tonpapier an der Wand mit Hörnern und Augen

Spiel 3: Klebt dem Monster ein Auge an. In Anlehnung an das mexikanische Spiel "Steck dem Esel den Schwanz an", haben die Kinder mit verbundenen Augen dem Monster Augen angeklebt. Alle Kinder haben mitgeholfen und heiß oder kalt gebrüllt und am Ende hatte das Monster 8 Augen, die wunderbar monsterhaft zwischen Hörnern und Maul verteilt waren. Dafür hat der Monsteranhänger dann auch ein Auge bekommen. :-)

Buntes Monster aus Pappmaché mit Kreppbändern an einem Seil

Und jetzt endlich das Highlight der Party die Piñata. Im Wohnzimmer. Nachdem wir die perfekte (und einzige) Stelle in der Wohnung gefunden hatten, an der die Kinder gefahrlos für Gesundheit und Inventar auf die Piñata einschlagen konnten, ging es los. Mein Mann und meine beste Freundin, die Patentante meiner Mädels, haben das Band gehalten, an dem die Piñata hing. Die Kinder haben alles gegeben und wie verrückt abwechselnd mit der bunten Stange auf die Monster-Piñata eingeschlagen. Außer einer kleinen Delle tat sich aber nichts. Auch nach der dritten und vierten Runde nicht. Die Kinder waren zwar immernoch mit Eifer dabei, aber irgendwann wollten wir ja auch noch Pommes essen... Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dann mit einer Schere einen kleinen Schlitz unten hineingeschnitten habe. Wenige Schläge später plumpste die erste Süßigkeit ein Monsterglubschauge auf den Boden. Die Kinder waren außer sich vor Begeisterung und hatten wenig später die Piñata zerlegt und alle Süßigkeiten eingesammelt. Was für eine Freude!

Papiertüten mit bunten Hörnern, Kulleraugen und Mäulern

Nach dem klassischen Pommes-Knackwürstchen-Abendessen, wurden die Geburtstagsgäste abgeholt und haben von meinen Mädels die obligatorische Mitgebseltüte im Monster-Look bekommen. (Und: Ja, richtig, auch hier habe ich wieder die Monster-Printables und Kulleraugen verbraten.) 

Meine Mäuse waren sehr glücklich über ihren Geburtstag und meinem Mann und mir hat es auch Spaß gemacht. Das Schönste an so einem Kindergeburtstag ist dann aber immer der Moment, wenn die Kinder schlafen, alles aufgeräumt ist und man völlig erledigt mit einem Bier oder Wein in der Hand aufs Sofa fällt...  Na denn, in einem Jahr geht's wieder los :-)

Bunte Papierschnipsel auf dem Fußboden

Und wenn ihr noch mehr Lust auf Feste und Feierlichkeiten habt, dann schaut auch mal auf dem Blog "Engel und Banditen" von der lieben Yvette vorbei. Sie macht gerade einen Blog-Event zum Thema "Herzlich eingeladen" und sammelt Posts zu Festen wie Taufe, Hochzeit, Babyshower, Geburtstag und und und... 

Viele Grüße, eure Julie
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