Samstag, 19. August 2017

Theo hat den Fuß gebrochen - eine Zitterpartie

Wohnwagen Wimpelkette Außenküche

Es sollte eigentlich ein entspanntes Campingwochenende in der Eifel werden. Doch schon auf dem Weg dorthin fiel uns auf dem Rastplatz auf, dass ein Rad unseres Wohnwagens leicht schief stand. Kein gutes Zeichen. Auf dem Campingplatz in Manderscheid angekommen, haben wir trotzdem erstmal alles aufgebaut und einen gemütlichen Abend mit Freunden am Lagerfeuer verbracht. An den folgenden Tagen haben wir immer wieder unter dem Wohnwagen gelegen und das schiefe Rad untersucht, um herauszufinden, wo das Problem liegen könnte. Und dann, unter einer Lackblase habe ich das Unheil gefunden: Ein richtiger Riss in der Achsschwinge. Was für ein Schock! Damit konnten wir auf keinen Fall nach Hause fahren, denn das Risiko, dass uns unterwegs die Schwinge komplett bricht, war zu groß. 



Was tun? Wir mussten doch irgendwie zumindest zu einer Werkstatt kommen. Wir hatten das große Glück, dass sich mein Vater (wieder einmal) als Retter in der Not für unseren Theo erwies. (Zur Erinnerung: Als wir Theo gekauft und zunächst zu meinen Eltern in die Einfahrt geholt hatten, stand der ganze Wohnwagen schief und hatte einen Bruch im Innern der Achse. Nach vielem Hin und Her und dem Einsatz meines Vaters konnte Theo damals gerettet werden. Die ganze Geschichte ist hier nachzulesen.) Diesmal hat mein Vater einen riesengroßen Anhänger gemietet und damit Theo in der Eifel abgeholt. Mit Tempo 80 ging es so zu einer neiderrheinischen Anhängerwerkstatt, der wir den lieben Theo vor die Tür gestellt haben.


Aufgrund eines Fotos, das wir dem Meister von dem Riss in der Schwinge geschickt hatten, hatte dieser vermutet, dass das Bauteil identisch sein könnte mit einer Schwinge, die noch von Westfalia verbaut wird. Originale Bauteile von Knaus gibt es nämlich leider nicht mehr. Hinzu kommt, dass unsere Achse mit Einzelradaufhängung nur genau in zwei Jahrgängen beim Knaus Passat verbaut wurde. Da ist selbst die Chance auf gebrauchte Ersatzteile gleich Null. Kaum auszudenken, was es bedeuten würde, wenn es kein Ersatzteil mehr für Theo geben sollte... Als wir Theo also vor den Toren der Werkstatt zurückließen, hatte ich ein ganz mulmiges Gefühl im Bauch und auch die Kinder blickten traurig aus dem Rückfenster des Autos.


Nach ein paar Tagen des Zitterns und Bangens dann die schockierende Nachricht: Es gibt kein Erstzteil und schweißen darf man die Achsschwinge auch nicht. Bäm! Das durfte doch nicht sein! Wir konnten unseren geliebten Theo doch nicht verschrotten lassen, nur weil er einen Riss in der Schwinge hat. Das wollte ich so nicht hinnehmen und habe mich in meiner letzten Hoffnung wieder an Nico Fahrzeugteile gewandt, die schon einmal die letzte Rettung für uns waren. Aber auch hier war die Antwort leider eindeutig: Diesmal konnten sie nichts für uns tun. Oh nein!! In meinem Kopf drehte sich alles: Wie sage ich es den Kindern? Wie verbringen wir das geplante Pfingstwochenende in Holland und wie den schon gebuchten Sommerurlaub?* All das Herzblut und die Zeit, die wir in Theo gesteckt haben. Die vielen schönen Familienurlaube und Erinnerungen. Die strahlenden Gesichter der Kinder, wenn es wieder so weit war und wir Theo für eine Reise aus der Halle abholten... Oh Mann! Was für ein Tiefschlag!


Es durfte einfach nicht sein! In meiner Verzweiflung habe ich alle Anbieter von alten Knaus Passat aus den Jahren 1977 und 1978 angefragt und gebeten, mal unter ihre Wohnwagen zu schauen, in der Hoffnung, dass einer als Ersatzteilspender für Theo in Frage käme. Leider erfolglos. Allerdings habe ich einen Wohnwagen aus der Zeit gefunden, der auf einem komplett neuen Unterteil/Fahrgestell sitzt. Aha! Irgendwas ist doch immer möglich. Und siehe da: Nach einiger Recherche und Telefonaten, haben wir eine Werkstatt gefunden die sagte, dass sie unter jeden Anhänger eine neue Achse bekämen. Alles eine Frage des Geldes. Schluck! Aber egal, einen Versuch war es wert. Der Meister der Werkstatt hat sich viel Mühe gegeben, den Wohnwagen genau vermessen und nach einer neuen Standard-Starrachse gesucht, die zu Theo passen könnte. Er wurde fündig!! :-) Auch eine neue, darauf abgestimmte Bremsanlage hat sich als umsetzbar herausgestellt, sodass alles TÜV-konform umgebaut werden sollte. Der Umbau sollte zwar tatsächlich nicht gerade günstig sein, aber jeden Cent wert, wenn das bedeutete, dass wir weiterhin noch viele schöne Urlaube mit Theo verbringen können! Juhuuuuu! 


Trotzdem wurde es nochmal spannend, weil die Werkstatt ewig für die Reparatur brauchte und uns ständig mit irgendwelchen Erklärungen hingehalten hat. Angeblich wurde die falsche Achse geliefert und dann lag die richtige auf irgendeinem LKW, der sie nicht abgeladen hatte. Naja. Letztendlich wurde der Wohnwagen Wochen später, genau einen Tag vor unserer geplanten Abreise in den kurzen Sommerurlaub, fertig. Was für eine Erleichterung! :-) Es war so schön, unseren Theo endlich wiederzuhaben! Die Kinder haben sich riesig gefreut und wir hatten eine super schöne Woche in den Niederlanden am Meer. 


Jetzt ist Theo also sozusagen wie neu und sollte von nun an keine Probleme mehr bekommen jedenfalls nicht mit dem Fahrwerk! ;-) 
*PS: Einige werden es ohnehin auf Instagram verfogt haben: Für das Pfingstwochenende in Holland haben uns liebe Freunde ihren alten Knaus Passat namens Elke geliehen. Wir sind so dankbar dafür und hatten eine tolle Zeit mit Elke. Die alte Dame hat zwar keinen Kloraum, dafür aber ein riesengroßes Familienbett von 2 x 2 Metern, in dem wir jeden Morgen zu viert aufgewacht sind.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen